




Der Channel One Mk3 Premium von SPL bietet eine umfangreiche Sammlung an Funktionen, wodurch eine bequeme Bearbeitung von Audiosignalen gewährleistet ist. Der Kanalzug enthält nun eine höhere interne Audiospannung (+/- 18V) für optimalen und detailreichen Sound sowie eine Vorverstärker-Sektion mit einer Tube-Saturation-Stufe, Transient-Designer und einer Mic-A/B-Vergleichsmöglichkeit für zwei Mikrofone. Zusätzlich zur "normalen" Variante des Channel One Mk3, sind in der "Premium"-Variante Lundahl-Übertrager für den Mikrofoneingang verbaut. Der Übertrager wertet das Klangbild deutlich auf und nimmt außerdem eine Verstärkung von bis zu +14dB vor, welche dann in der Skalierung hinzugerechnet werden muss!
Auf der linken Seite des Geräts befinden sich die Regler für den diskreten Vorverstärker. Per Gain-Regler kann für Mikrofonsignale eine Vorverstärkung von bis zu 68dB realisiert werden. Über den Tube-Saturation-Regler wird der Grad der Röhrensättigung des Geräts bestimmt. Der Ausgangspegel wird dabei automatisch angepasst und steigt im Maximalfall nur um 6dB. Dadurch können, in Zusammenarbeit mit einem weiteren Effektbereich, dezente bis harmonische Verzerrungen des Audiosignals erzeugt werden. Die Röhrensättigungseffekte rufen einen warmen, runden und weichen Klang hervor.
Die seit Jahrzehnten erfolgreiche Transient-Designer-Schaltung von SPL ist ebenfalls integriert: Mit dem Sustain-Regler kann die Ausschwingphase eines Signals um bis zu 24dB verstärkt oder abgesenkt werden. Die Ausschwingzeit verlängert sich, wenn der Sustain-Regler im positiven Bereich ist und verkürzt sich bei einem negativen Wert. Ist es stattdessen gewünscht, die Eingangsphase zu verändern, steht dafür der Attack-Regler zur Verfügung, mit dem die Einschwingphase eines Signals um bis zu 15dB verstärkt oder abgesenkt werden kann. Anwendung findet der Transient-Designer beispielsweise bei der gezielten Betonung des Anschlags einer Trommel oder für die Abschwächung des Nachhalls eines Audiosignals. Über den "On"-Schalter wird die komplette Transient-Designer-Sektion, bestehend aus Attack- und Sustain-Regler, aktiviert.
Die Mk3 Variante des Channel One bietet zudem zwei Mikrofoneingänge auf der Rückseite des Geräts für einen direkten Vergleich zweier Mikrofonsignale. Es müssen dafür keine Kabel umgesteckt werden. Ausschließlich der "Input"-Schalter ganz links am Gerät, sowie die Phantomspannung, müssen auf die gewünschte Quelle eingestellt werden.
Der Channel One Mk3 Premium verfügt über die Möglichkeit, S-Laute in ihrer Intensität zu reduzieren, in dem die Position des S-Reduction-Regler verändert wird. De-Esser von SPL arbeiten mit Filtern, welche nur die Frequenzen der Zischlaute bearbeiten, nicht aber das restliche Spektrum, wodurch der Charakter der Stimme unverändert bleibt. Sobald ein S-Laut erkannt wird, leuchtet zudem eine kleine gelbe LED in der unteren Mitte des Geräts. Mit den "Low & High" Tasten der S-Reduction-Section kann jeweils eine andere Mittenfrequenz für den De-Esser aktiviert werden. Ist der Schalter "Low" gedrückt, wird das Low-De-Essing-Band mit einer Mittenfrequenz von 6,4 kHz und einer Bandbreite von 4,4 kHz aktiviert. Ist der Schalter "High" gedrückt, wird das High-De-Essing-Band mit einer Mittenfrequenz von 11,2 kHz und einer Bandbreite von 4,9 kHz aktiviert. Sind beide Schalter gedrückt, sind Low und High-Band-De-Esser aktiv.
Die Kompressor-Sektion auf der rechten Seite des Geräts besteht aus zwei Reglern und einem Schalter. Über den Compression-Regler wird ein Threshold-Wert zwischen 0dB und -20dB eingestellt. Der Make-Up Gain-Regler hebt hingegen den Pegel, welcher durch die hervorgerufene Gesamtpegelreduktion durch Kompression reduziert wurde, auf das eingestellte Level. Es kann ein Wert von 0dB bis 20dB eingestellt werden, um den der Pegel nach dem Komprimieren wieder angehoben wird. Die gesamte Kompressor-Sektion muss über den "On"-Schalter zuerst angeschaltet werden. Die Attack- und Release-Zeiten des Kompressors werden vom Gerät automatisch eingestellt und passen sich so dem Eingangssignal perfekt an.
Die EQ und Air Band-Sektion des Channel One Mk3 Premium besteht aus insgesamt 5 Reglern. Zwei davon sind für den halbparametrischen Bass-/Mittenfilter (LMF) zuständig. Der einstellbare Frequenzbereich des Filters liegt zwischen 30Hz und 700Hz und die Verstärkung/Absenkung wird über den "-/+"-Regler bestimmt. Neben dem LMF besitzt das Gerät auch einen halbparametrischen Mitten-/Hochtonfilter (MHF) mit einem einstellbaren Frequenzbereich von 680Hz bis 15kHz. Auch kann die Verstärkung, beziehungsweise die Absenkung, über den "-/+"-Regler variiert werden. Die Maximalwerte der Verstärkung und Absenkung bei LMF und HMF liegen jeweils bei +/- 12dB. Zuletzt befindet sich in dieser Sektion noch der Drehregler für das Air-Filter. Dieses dient zum Bearbeiten des obersten Frequenzbereichs und besteht aus einem Spulen-Kondensator-Filter mit Glockencharakteristik. Dessen Center-Frequenz liegt bei 19kHz, wobei die mögliche Dämpfung/Anhebung -/+10dB beträgt. Um die Equalizer-Sektion zu aktivieren, muss der "On"-Schalter umgelegt werden.
Der Ausgangspegel des Geräts wird mit dem Output-Regler in der rechten unteren Ecke geregelt. Der Regler kann eine Dämpfung des Signals um bis zu -20dB oder eine Verstärkung von bis zu +6dB hervorrufen. Durch diese Funktion wird sichergestellt, dass nachfolgende Geräte optimal angesteuert werden. Der jeweilige eingestellte Ausgangspegel wird auf dem großen VU-Meter, in der Mitte des Channel One Mk3 visuell dargestellt, wenn der VU-Schalter auf der Position "Out" steht. Wird eine Übersteuerung im Gerät erkannt, leuchtet die rote "OVL"-LED. Die Anzeige greift an allen relevanten Stellen des Signalflusses ab.
Datenblatt