





Mit dem Bree6 beschert uns der argentinische Hersteller GS Music einen kompakten, 6-stimmig polyphonen Analog Synthesizer mit vertrautem Sound. Wer die Struktur und den geradlinigen Sound alter Roland Juno Synthesizer mag wird im Bree6 etwas Vergleichbares finden, das kein Clone ist und sein will und dabei einfach überzeugend gut klingt. Das OLED Display fungiert zugleich als Oszilloskop und zeigt die Wellenform des Oszillators, den Verlauf der Hüllkurven und Auswirkung der Effekte an. Zu den 512 Presets, die man nach Belieben überschreiben kann gesellt sich der Panel Mode; sobald dieser aktiviert ist entspricht der Sound den aktuellen Reglereinstellungen. Dank der vollständigen MIDI-Implementation lässt sich der Bree6 von jeder DAW oder Mastersequencer automatisieren. Hierzu gehört auch MPE MIDI mit polyphonem Aftertouch. Controller wie Osmose, Seaboard oder Continuum sind ideale Kandidaten um das Maximum aus dem Synth herauszuholen.
Eine Stimme des Bree6 besteht aus einem Oszillator, der die Wellenformen Sägezahn und/oder Rechteck mit PWM erzeugt und einem zuschaltbaren Suboszillator, einem hervorragend klingenden 24dB Lowpass Filter und einem modulierbaren VCA. Die beiden gut skalierten ADSR Hüllkurven sind Filter und VCA fest zugewiesen. Zudem gibt es einen LFO mit 5 Wellenformen und im Menü eine Handvoll Modulationszuweisungen für Velocity, Aftertouch und das Modulationsrad. Die Stimmen lassen sich polyphon, polyphon mit dynamischer Stimmenverteilung im Panorama, monophon oder Unisono spielen. Der Detune Regler sorgt vor allem im Unisono Mode für ein gewisses Funkeln in den Augen.
Die Effektsektion ist mit Chorus und Delay übersichtlich gehalten, aber klanglich sehr ausgewogen und nicht zu dick aufgetragen. Der Chorus Effekt kommt mit einem Regler aus und bettet den Sound in leicht wabernde Verwebungen. Der Delay Effekt kommt auch ohne Temposynchronisation gut zur Geltung und fügt sich z.B. bei Dub Techno aber auch Klängen mit leicht dystopischer Note gut ein.
Der GS Music Bree6 Blue ist kein Alleskönner und will es auch nicht sein. Er versteht sich klar als Instrument, nicht als universelles Werkzeug oder spezialisierter Effekt-Synthesizer. Seine Stärke liegt in der Kombination aus direkter Bedienung, musikalischem Grundklang und moderner MIDI-Integration inklusive MPE.
Zum Preis von 1.249,00 Euro erhält man einen durchdachten, hochwertig verarbeiteten Analog-Synthesizer, der sich besonders an Produzenten, Sounddesigner und Live-Musiker richtet, die Wert auf unmittelbare Kontrolle und einen charakterstarken, aber gut kontrollierbaren Sound legen. Wer tiefgreifende Modulationsmöglichkeiten oder digitale Klangexperimente sucht, wird hier bewusst an Grenzen stoßen - wer jedoch analogen Purismus mit zeitgemäßer Performance verbinden möchte, findet im Bree6 Blue ein überzeugendes Instrument. (zum kompletten Testbericht bei keyboards.de)
Datenblatt